Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Menschen aus Syrien blockieren Zugang zur Fähre im Hafen in Calais

Eine große Gruppe von Menschen aus Syrien blockiert derzeit eine Zufahrt zur Fähre im Hafen von Calais um auf ihre Situation aufmerksam zu machen und eine Aufnahme in Großbritannien zu fordern.
Lest ihr Communique und verbreitet die Nachricht – unterstützende Aktionen an Britischen Botschaften und Konsulaten sind ausdrücklich erwünscht!

* Wir sind Menschen aus Syrien, hier in Calais *

Wir sind nun hier zwischen einem und zwei Monate. Die französische Regierung und die Polizei behandeln uns sehr schlecht und kümmern sich nicht um uns. Sie haben uns aus unserem Haus geworfen und auf die Straße gesetzt. Jedesmal, wenn wir einen Ort zum bleiben finden, kommt die Polizei und verhaftet uns, zerstört unser Hab und Gut und schließt den Ort.

Es gibt in Calais keinen Ort an dem wir sichere Unterkunft finden können, wir sind hier nur aus einem Grund und der ist Asyl in England zu bekommen. Viele von uns haben Familie und Freunde in England, welche wir
sehen möchten und die Möglichkeit haben möchten mit ihnen zu leben. Außerdem gibt es dort eine starke syrische Community, mehr als in Frankreich.

Wir demonstrieren nun im Hafen von Calais, wir werden nicht gehen, bis sie uns nach England lassen. Wir fordern ,dass eine Person von der britischen „home office“ zu uns kommt und mit uns spricht und sich unsere Situation anschaut. Wir haben das Recht Asyl in England zu beantragen, aber wie sollten wir dorthin kommen? Es gibt keinen legalen
Überweg.

Wir sind ca. 65 Menschen aus Syrien, die im Moment, im Hafen sind, mit unseren Familien, alten Frauen, Müttern, Kindern, der jüngste ist 3 Jahre alt, und hier sind 50 Polizeikräfte.

Wir haben das Recht ein friedvolles Leben zu leben, doch leider haben wir Krieg in Syrien.
Wir brauchen schnelle Hilfe. Wir suchten Sicherheit und Schutz in Europa, aber wir konnten es noch nicht finden und hoffen es in England finden zu könnne.

Unterstützt die Protestierenden indem ihr die Infos verbreitet und Aktionen an Britischen Auslandsvertretungen durchführt!

Britische Botschaften:

Berlin

Wilhelmstrasse 70
10117 Berlin
Téléphone local: (030) 204.570
international: +49.30.204.570
https://www.gov.uk/government/world/germany

Vienna

Jauresgasse 12
1030 Vienna
Téléphone local: (01) 716.130
international: +43.1.716.130

Email

press@britishembassy.at

Soli-CD „Solidarité avec les Sans-Papiers“

Hier gab’s schon länger keine Updates mehr, das tut uns Leid. Aber, wie ihr wisst lohnt sich immer ein Blick auf die Englischsprachige Website. Jetzt aber gibt es auch hier mal wieder etwas Neues und zur Abwechslung sind es gute Nachrichten:

Wer sich schon immer fragte, wie sich die Gruppe Calais Migrant Solidarity unterstützen lässt ohne nach Calais zu fahren hat nun die großartige Möglichkeit eine hübsche Soli-Musik-CD zu erwerben. Der gesamte Erlöß wird dem Aktivist*innen Netzwerk in Calais gespendet. Auf der CD vertreten sind großartige Künstler*innen, wie Sookee, Refpolk, Irie Revoltes und viele andere!

Den Soli-Sampler „Solidarité avec les Sans-Papiers“ könnt ihr ganz einfach bestellen, indem ihr eine Mail an circleda-ät-riseup.net schickt. Die CD gibt es gegen Spende (Empfehlung: 10€)!+1,45€ Porto.

Der Soli-Sampler lässt sich auch super verschenken – also, versorgt eure Freund*innen mit guter Musik und unterstützt das ständig auf Geld angewiesene CSM Netzwerk!

Fotoausstellung in Frankfurt am Main

EUropäische Grenzen: Traces to and through Europe

Im Klapperfeld, Klapperfeldstraße 5, Frankfurt wird vom 17. Januar bis zum 15. Februar 2013 die Ausstellung EUropäische Grenzen: Traces to and through Europe ausgestellt.

Menschen ohne Unionsbürgerschaft stoßen in der EU immer wieder auf Grenzen: Dabei ist der Weg übers Meer, die Einreise per Flugzeug oder über den Landweg oft nur der Auftakt einer langen Reise, auf der Menschen unter prekären Bedingungen und unter beständiger Angst vor Verfolgung, Repression und Ausschluss leben müssen. Immer wieder sind sie mit Grenzen konfrontiert, die (auch) den EUropäischen Alltag durchziehen.

Das Projekt »Traces to and trough Europe« widmet sich den verschiedenen Aspekten dieser Grenzverläufe und fragt nach den Auswirkungen und Bedingungen EUropäischer Migrationspolitik. Kernstück ist eine Fotoausstellung über die Mittelmeerinsel Lampedusa. Dort gibt es einen Schiffsfriedhof, auf dem sich die Boote stapeln, mit denen Menschen nach Europa zu gelangen versuchten. Die Fotoreihe wird ergänzt durch Fotos zur Situation von Illegalisierten in Calais, durch die Ausstellung »Traces from Lesvos through Europe« des Netzwerks Welcome to Europe sowie durch Radiofeatures und Kurzfilme.

Während der Öffnungszeiten wird auch der ehemalige Abschiebetrakt des Gefängnisses zugänglich sein, der noch bis vor 10 Jahren genutzt wurde. Zudem kann die Dauerausstellung zur Geschichte des Klapperfelds besucht werden.

Begleitet wird die Ausstellung von einer vielfältigen Veranstaltungsreihe, die Hintergründe und Zusammenhänge EUropäischer Grenz- und Migrationspolitik thematisiert. Die Termine finden sich unter: grenzen.klapperfeld.de

No Border-Aktivistin vor Gericht in den Niederlanden

Eine Genossin, Joke, wurde gestern vor Gericht in den Niederlanden gestellt. Ihr wird „Anstiftung zu terroristischen Akten“ vorgeworfen, da sie Schriften gegen das Grenzregime geschrieben hat.

Weitere Infos über ihren Fall (englisch):

http://indymedia.org.uk/en/2013/01/505310.html

Außerdem gibt es dieses Video:

http://www.youtube.com/watch?v=JcTGdfVAkCM&feature=youtu.be.

Spread the word, in solidarity.

Update der letzten Wochen — Decken werden dringend benötigt

Die Polizeiüberwachung hat zurzeit etwas abgenommen. Die alltägliche Schikane und Repression gegen Migranten auf offener Straße ist nicht mehr so präsent, dennoch werden immer noch viele besetzte Häuser geräumt. Die Temperatur sinkt dramatisch von Tag zu Tag und es regnet in Strömen. Wegen einer Schneevorhersage wurde das BCMO, eine Turnhalle der Stadt, am 6.12. zum Schlafen geöffnet. Das Wetter ist sehr schlecht, es herrscht starker Wind und eine nasse Kälte in Calais.

Am dringendsten werden daher Decken benötigt. Vor drei Wochen war die Situation zum verzweifeln. Es gab einige Spenden über die letzten Wochen, die in einer Garage gelagert werden. Es werden jedoch dringend weitere gebraucht, da die Decken sehr schnell ausgegeben werden.

Die Unterbringungssituation war ebenfalls sehr unsicher, hat sich aber etwas gebessert, so dass im Moment die meisten eine Unterkunft haben. Einige Menschen haben auch in der Nähe einer Garage geschlafen, was aber der Polizei aufgefallen ist, die daraufhin Decken zerstörte und einen ca. 70 jährigen Migranten brutal auf den Boden warf. Seit niemand mehr in diesem Bereich schläft, kam es aber nicht mehr zu Zwischenfällen.

Weiterhin hat sich der Stützpunkt der PASS-Klinik geändert, welche medizinische Versorgung für Menschen ohne Versicherung bereitstellt. Sie wurde zu einem neuen Krankenhaus verlegt, was vor allem wegen der langen Laufwege zu den Duschen ein Problem darstellt.

Weiterhin ständige Räumungen und es fehlt an allen Ecken und Enden

Wir sind in einer verzweifelten Situation: Noch immer räumt die Polizei
jedes besetzte Haus, in dem die Menschen Zuflucht zumindest für die Nacht über
suchen. Dabei zerstört sie systematisch Decken, Schlafsäcke und
persönliche Gegenstände. Vor einer Woche hat die Polizei die Decken mit
Tränengas eingesprüht, so dass diese unbrauchbar wurden und auch das Haus verlassen werden musste.
Wir brauchen Zelte, Decken, Schlafsäcke, Regenjacken und Schuhe.

Im Abschiebeknast Coquelle befinden sich zur Zeit wenig Menschen.

Es regnet nicht mehr durchgehend, dafür kündigt sich der Winter an: Es
ist sehr kalt und windig, ausserdem neblig.

Bremen: Solikundgebung für Flüchtlinge in Calais war ein Erfolg

Am 13.10. veranstalteten wir eine Solidaritätskundgebung für Flüchtlinge in der französischen Hafenstadt Calais – Wir sammelten dabei mehr Sachspenden als wir Erwarten haben

Solidarité avec les Sans-Papiers!

Eine ältere Frau bleibt stehen und beobachtet etwas skeptisch das Geschehen auf dem Ulrichsplatz. Da steht ein Pavillon mit einem Infotisch, ein Zelt wurde aufgebaut, davor liegen Decken, Schlafsäcke, Planen und viel, viel warme Kleidung. Einige Leute in pinken Röcken und grellen Warnwesten spielen Samba, ein Transparent verkündet „Solidarität mit den Flüchtlingen in Calais“. Jemand geht auf die Frau zu, drückt ihr einen Flyer in die Hand und erklärt ihr warum wir hier sind:

„Um uns Solidarisch zu zeigen mit Flüchtlingen auf der ganzen Welt und im speziellen mit den Hunderten, die zurzeit in der französischen Hafenstadt Calais auf der Straße leben. Die Menschen, die sich mit der Hoffnung auf ein Leben ohne Hunger, ohne Folter und Krieg auf den Weg nach Großbritanien machen, bleiben häufig über Monate hier hängen. Nacht um Nacht warten sie auf eine Gelegenheit unerkannt in einer Fähre überzusetzen, solange bleiben sie in Calais. Seit 2002 das Lager des Roten Kreuzes geschlossen wurde bleibt den Menschen nichts anderes übrig, als auf öffentlichen Plätzen, in besetzten Häusern oder selbstgebauten Hütten, den sogenannten „jungles“ zu schlafen. Und als sei das nicht schlimm genug kommt beinahe täglich in den frühen Morgenstunden sie Polizei, vertreibt die Sans-Papiers (Papierlosen) von ihren Schlafplätzen, nimmt Leute fest, zerstört ihr Hütten, macht Decken und Planen durch Pfefferspray unbrauchbar oder verbrennt sogar die Schlafsäcke der Flüchtlinge.

Wir finden, dass jeder und jede das recht haben sollte menschenwürdig behandelt zu werden. Wir denken, dass jeder Mensch das recht haben sollte dahin zu gehen wo er oder sie will. Darum wollen wir heute dafür demonstrieren, dass rassistische Sondergesetze abgeschaft werden und praktisch unsere Solidarität zeigen, indem wir Decken, Schlafsäcke, Isomatten, Zelte und warme Kleidung sammeln und diese nach Calais bringen.“

Die Frau erzählt uns, dass sie noch Decken und Kleidung zu Hause hat, die sie nicht mehr braucht. Es müsste nur jemand die Sachen abholen, das machen wir gerne. Sie bleibt nicht die einzige Interessierte. 500 Flyer verteilen wir an Vorbeigehende. Bis zum 20.10. sammeln wir noch. Die Sachen könne zum Alla Hopp gebracht werden, Hardenbergstraße 52, einfach durch das große Metalltor gehen und die Dinge in den Durchgang legen. Andere haben bereits im Vorfeld von der Aktion gehört und bringen Sachen direkt zum Versammlungsort. Als um 17:00 Uhr die Kundgebung zu Ende ist brauchen wir zwei Autos um die vielen Sachspenden abzutransportieren.

Die Aktion war ein voller Erfolg! Zwischen 30 und 40 Leute nahmen durchgängig an der Kundgebung teil, die um 14:00 Uhr anfing und um 17:00 Uhr endete. Es gab Redebeiträge von Aktivist_innen der Gruppen NoLager-Bremen, der Karawane für die Rechte der Flüchtlinge, Rythms of Resistance und auch von Menschen die selbst bis vor wenigen Tagen in Calais waren und die Situation der Flüchtlinge vor Ort hautnah miterlebten.

27.09.2012 – eine Räumung nach der anderen

Seit zwei Tagen ist in Calais die Hölle los: Die Polizei räumt alle Plätze der Sans-Papiers und läßt sie auch nicht mehr zurückkommen. Es regnet ununterbrochen und die Sans-Papiers wissen nicht, wo sie unterkommen können.

Es werden dringend Decken und Zelte in Calais benötigt!

Am 25. September wurden die Menschen, die in der Essensausgabe geschlafen hatten um 6 Uhr morgens von der Polizei rausgeschmissen, in den Regen. Ungefähr 50 Personen wurden verhaftet. Die Schlafsäcke und Decken, welche erst zwei Tage vorher von Médécins du Monde ausgeteilt worden waren, wurden weggeschmissen. Die meisten Verhafteten wurden im Laufe des Tages wieder freigelassen, aber einige sind immer noch im Abschiebeknast.

Abends nach der Essensausgaben wurden neue Decken ausgeteilt. Danach wurde gemeinsam entschieden, gegen die Räumung am Morgen mit einer Straßenblockade zu protestieren. Um die Hundert Personen standen und saßen auf der Straße und blockierten den Verkehr, der zum Hafen führt. Mit Hilfe von Plastikplanen wurden auf die Schnelle Zelte auf der Straße aufgestellt. Auf Karton wurden Slogans wie „Wo sind unsere Menschenrechte?“ und „Wir sind nicht kriminell“ geschrieben. Die Atmosphäre während der Blockade glich einer Party. Es wurde getanzt und gesungen. Es war viel Polizei anwesend – Police Nationale, Police aux Frontières, BAC – doch sie standen nur da und beobachteten das Geschehen über Stunden hinweg aus der Ferne. Dann begann ein Gewitter mit sehr starkem Regen, doch auch der konnte die Menschen nicht von der Straße vertreiben. Erst als es komplett dunkel war, verteilten sich die Sans-Papiers auf der Suche nach einem Schlafplatz für die Nacht.

Am Morgen des 26.09. kam die Polizei erneut um 6:30 morgens mit einem riesigen Aufgebot. Sie räumten das gesamte Gelände in und um die Essensausgabe und nahmen alle Sans-Papiers fest. Die Schlafenden wurden dadurch aufgeweckt, dass die Zeltplanen über ihren Köpfen aufgeschnitten wurden. Es war ein sehr kalter Morgen und die Polizist*innen schienen sich darüber zu amüsieren, so viele zitternde, in Decken gewickelte Menschen vor sich zu haben.

Am Morgen des 27.09. besuchte die Polizeit das eritreische Squat (besetzte Haus), in dem 16 Menschen leben. Ihnen wurde mitgeteilt, dass sie das Haus mitsamt all ihren Sachen verlassen sollten, weil das Haus bald geschlossen werden soll. Somit wird auch hier eine Räumung in den nächsten Tagen erwartet.
Bei dem Versuch, einen Schlafplatz auf dem Gelände der Essensausgabe zu finden, trafen in der letzten Nacht alle auf Polizei, die auf dem gegenüberliegenden Parkplatz wartete. Viele Sans-Papiers konnten keinen Schlafplatz finden und liefen die ganze Nacht im Regen herum.

Im Moment befinden sich vier Kinder unter 10 Jahren in Calais auf der Straße. In den letzten Tagen wurden 16 Minderjährige verhaftet. Ein Minderjähriger befindet sich immernoch auf der Polizeistation, weil die Polizei nicht glauben möchte, dass er unter 18 ist. Der Abschiebeknast in Coquelle ist im Moment sehr voll. Bis zu fünf Personen teilen sich ein Zimmer. Die Inhaftieren klagen weiterhin über schlechte Bedingungen, schlechtes Essen und rassistisches Verhalten der Polizei.

Calais scheint momentan wie ein schlechter Witz – konstanter Regen und alltägliche Räumungen machen die Tage sehr lang und ungemütlich! Die Menschen wissen nicht wohin, nirgends ist es sicher, nirgends ist es trocken. Alle sind müde.

21.09.: Bericht von aktueller Situation

Schlafplätze in der Essensausgabe

Da es seit der Räumung des Africa Houses keine leerstehenden Häuser mehr gibt, in denen Sans-Papiers unterkommen können, schlafen die meisten von ihnen, mehrere Hundert Personen, immer noch auf und in der Nähe des Geländes der Essensausgabe. Die wenigen Plätze unter den Dächern sind schon längst vergeben, so dass nun auch Zelte aufgestellt werden und andere Menschen ohne Zelte, in Decken gewickelt, auf dem nackten Zementboden schlafen müssen. Jeden Morgen um 7 Uhr kommen ein oder zwei Autos der Grenzpolizei (PAF), um die Sans-Papiers durchzuzählen. Am Morgen des 20.09. allerdings kamen weit mehr Grenzpolizist_innen gemeinsam mit Einheiten der Bereitschaftspolizei (CRS) auf das Gelände der Essensausgabe. Anderhalbstunden lang sprachen sie zu jeder einzelnen Person und notierten deren Namen, Nationalität und Alter, jedoch ging all dies ohne Verhaftungen vor sich (was für Calais eine Seltenheit darstellt).

In letzter Zeit hat sich die Polizei besonders auf die Verfolgung von „Schlepper_innen“ festgefahren. Viele Personen wurden zu Haftstrafen verurteilt, obwohl sie eigentlich nur an der Überquerung des Ärmelkanals interessiert waren. CalaisMigrantSolidarity besucht die Gerichtsverhandlungen regelmässig.

Am 21.09. führte Médécins du Monde (Ärzte der Welt) eine Aufräumaktion auf dem Gelände der Essensausgabe durch, welches durch die permanente Nutzung von Hunderten von Menschen sehr verschmutzt war. Danach wurden Schlafsäcke an alle verteilt. Die Aktion wurde von Beamt_innen der Grenzpolizei beobachtet.

Schlafplätze gegenüber der Essensausgabe

Im Moment ist die Situation in Calais nicht gut. Mehr und mehr Sans-Papiers kommen nach Calais ohne, dass es einen Ort gibt, an dem sie schlafen können, und ohne Decken. Oft geht der Essensausgabe das Essen aus, bevor alle etwas bekommen haben. Die Menschen sind müde, hungrig und mit den kälter werdenden Tagen, werden viele von ihnen krank. Im Moment sind auffällig viele Sans-Papiers verletzt. Es ist schon fast an der Tagesordnung, gebrochene Arme oder Beine oder verbundene Hände und Finger zu sehen.

Aber es gibt auch aufmunternde Momente. Musik, Tanzen, auf dem Feuer kochen, Fahrräder werden gemeinsam repariert, Sprachen werden beigebracht, Schachspiel, Kartenspiele, Bücher lesen, ein gemeinsamer Tee, DIY-Haarschnitte…

Gebraucht werden im Moment besonders: Zelte, Plastikplanen, Schlafsäcke, Werkzeug (besonders Fahrradwerkzeug und Fahrradmaterialien), Kameras, Handy-Aufladegeräte, Spiele…

Und falls ihr freie Zeit habt, würden wir uns sehr freuen, euch hier zu sehen! Es gibt so viel zu tun!

neues Abkommen für Salam und die Räumung Africa-House

14. September 2012
Ein kleines Update der letzten Wochen:
Die Initiative die das Essen ausgibt ist aus der Sommerpause zurück gekehrt, sodass die regelmäßigen Mahlzeiten in Salam wieder angefangen haben, mit der Ausnahme, dass es keine Frühstücksvergabe mehr gibt.

Vor zwei Wochen hat der Bürgermeister von Calais die Polizei gebeten das Gelände „Salam“zu räumen und die Menschen, die dort schlafen zu vertreiben. (Derzeit schlafen circa 50 Menschen auf dem Gelände „Salam“ und 30-40 Menschen auf den umliegenden Flächen, wie auf den Wiesen auf der anderen Straßenseite). So kam die Polizei am Dienstagnacht letzte Woche und hat die Menschen von ihren Schlafplätzen vertrieben. Die Schlafplätze wurden jedoch nicht weggebracht, sodass die Menschen, nachdem die Polizei weg war, wieder zurückgezogen sind.
Bei einem Town-Hall-meeting bat der Bürgermeister die Polizei mit Nachdruck nochmal die Schlafstätten zu räumen, weiterhin sollte die Essen-initiative ein Abkommen unterschreiben, welches noborder verbietet sich auf dem Salamgelände aufzuhalten, sowie besagt, dass wenn Menschen im Salam schlafen, kein Essen ausgegeben wird. Wird das Abkommen nicht unterschrieben, bzw. sich nicht daran gehalten, wird die Essensausgabe gänzlich verboten.

Vorgestern (am 13ten September) hat die Polizei das „Africa House“, indem ungefähr 30- 40 Menschen geschlafen haben, morgens um 8 Uhr geräumt,. Es wurde niemand festgenommen, doch hat die Polizei den Menschen nicht erlaubt ihre persönlichen Dinge mitzunehmen, auch die Schlafstätten wurde abgebaut und zur Müllkippe gefahren. Zum Glück konnte ein großer Teil nun von dort wieder geholt werden.
Viele der Menschen, die im „Africa House“ geschlafen haben waren nun gezwungen auf dem Salamgelände einen Platz zu finden. Unter Dächern gibt jedoch keinen Platz mehr, sodass viele Menschen keinen Schutz vor den derzeitig häufig starken Regenfällen finden.