Solidarität mit den Sans-Papers!

Aufgrund vieler Nachrichten und Verpflichtungen, die unser Kampf leider weiterhin von uns
fordert, haben wir die Protestschreie des Widerstands der Illegalisierten, die in den französischen Städten Lille und Calais in den Hungerstreik getreten sind, zu spät gehört und sind deshalb beschämt vor unseren Leidensgenossen. Heute verkünden wir, mit der Bitte an jede und jeden, diese Nachricht an euch weiter zu tragen:
Mitstreiter_innen und Leidensgenoss_innen: Hinter eurer mutigen Bewegung stehen
bedingungslose Unterstützung, zehn Monate des Widerstands und die wärmsten Grüße von
Protestierenden in Deutschland, Österreich und Holland. Wir haben erfahren, dass ihr mehr als 70 Tage im Hungerstreik ausgeharrt und unter den Peitschenhieben der Zeit gelitten habt, um das einzufordern, was beileibe euer Recht ist. Wir wissen auch, dass ihr unter dem selben System leidet, das dort als der französische Staat über euch herrscht. Die Nachricht davon, dass einige von euch Protestierenden noch während des Hungerstreiks von dem verbrecherischen Frankreich deportiert wurden, haben bei uns sowohl Solidarität als auch Wut entfacht. Wut über ein System, das unserem Leben feindselig gegenüber steht, und Solidarität mit eurem wunderbaren Geist des Widerstands.
Mit demselben Gefühl der Solidarität und der Wut, das uns durch und durch erfüllt, wollen wir euch wissen lassen: Eure Mitstreiter_innen in Deutschland, Österreich und Holland verfolgen
aufmerksam euren Widerstand, also fühlt euch auf eurem Wege nicht allein!
Die französische Regierung, die sogar den schweren Namen „Sozialismus“ im Schlepptau hat, ließ vor einiger Zeit den Instinkt der Unterdrückung wieder erwachen und ist nun militärisch in Mali einmarschiert. Damit löst sie eine neue Fluchtwelle auch nach Frankreich aus, um gewiss in naher Zukunft wiederum eine Armee von Illegalisierten zurück nach Mali zu deportieren.
Obwohl zwar nicht alle, jedoch die meisten politisch aktiven Europäer_innen mehr reden als
handeln, in Hauskommunen oder in Cafés wie Intellektuelle hängen geblieben sind und den Titel eines politisch Aktiven hinter sich her schleppen.Gewiss kann niemand unter jenen das empfinden , was wir wie das Blut in unseren Adern spüren, das Gefühl eines erzwungenen Tod, der uns erwartet. Obwohl alle Bürger_innen dieses Kontinents tagtäglich immer mehr durch dieses System verdorben und in einem Räderwerk gefangen werden, sodass sie vergessen, unsere Bürger_innen- und Menschenrechte bei den Staaten einzufordern, denen sie ihre Stimmen und ihre Steuern geben, und wodurch sie indirekt an unserer Misere beteiligt sind, weil dieses System immer noch standhaft bleibt und weiterhin Unterdrückung reproduziert:
Seid euch gewiss und glaubt daran, dass es Menschen wie euch auch an anderen Orten gibt, die so wie ihr nichts zu verlieren haben außer ihren Ketten!
Wir alle haben bereits einmal verschiedenste Grenzen mit den unterschiedlichsten Gefahren – ja sogar der Gefahr des Todes – gebrochen und sind schließlich hier angelangt. Somit bringen wir diesen inoffiziellen Grenzen auch zu eurer Unterstützung keinerlei Respekt entgegen. An dem Tag, an dem ihr nach uns ruft, werden wir an eurer Seite stehen! So lasst uns den Kontakt zueinander herstellen!
Solidarität mit dieser Bewegung und für das Erringen der Rechte der Illegalisierten in Österreich, Holland und Frankreich!
Widerstand und Kampf
Freiheit und Gleichheit
Die Illegalisierten Europas – Deutschland