Meine Gedanken bezüglich der Dublinverordnung

von Osman aus dem Sudan

Calais – Leben ist sehr hart und schwierig. Viele Leute aus verschiedenen Ländern, verschiedener Religion und verschiedenen Situationen, also sind die Bedingungen auch sehr schwierig.
Der Großteil der Sudanesen und Afghanen sind zu 80% Dublin Menschen – Menschen, die in verschiedenen Ländern Europas registrierte Fingrabdrücke haben. Viele Ländern gehen über das Dublinsystem und können diese Fälle nicht mit Respekt behandeln. Viele der Menschen sind seit vielen Jahren in Europa und haben keinen Job, kein Leben, gar nichts … lediglich die Ankunft in Europa.

Genauso ich. Seit 2007 bin ich in Europa, in einer unveränderten Situation. Was passiert ist, ist, dass eine Menge europäischer Länder mir schlimme Dinge angetan haben. Ich war in jedem Land in Europa, aber keines hat auch nur versucht, meine Situation zu verstehen oder hinzuhören, als ich erzählte, was mit mir geschehen ist. Und jedes Land versucht schlimmere Dinge als das bevorige. Und niemand gibt mir die Chance auf ein Interview, um zu erzählen, was mir in meinem Land oder in Europa zugestoßen ist.
Und dies ist dieselbe Situation vieler anderer Menschen hier in Calais, aus verschiedenen Ländern stammend und mit verschiedenen Dublinfällen.

Leute arbeiten im Human Rights Office und wissen nichts über die Probleme der Menschen, die seit Jahren in Europa sind und denen kein Land Asyl geben will. Auch sie versuchen nicht einmal zu verstehen.
In vielen Ländern werden Menschen für nichts getötet – in Verwahrung oder Gefängnis – und ich sage dies, weil ich weiß, was mir in der schweizerischen Einwanderungsbehörde passierte. Sie hielten mich ein Jahr im Gefängis fest – das ist noch nichts Schlimmes – und sie machen Fehler bei den Anträgen und einzelnen Fällen. Ich bin kein krimineller Mensch und ich habe noch nie eine kriminelle Handlung in Europa begangen und ebenso habe ich mein Land nicht aufgrund einer kriminellen Handlung verlassen. Die Einwanderungsbehörde machte einen Fehler in ihren Akten und ließen mich im Gefängnis.
Die Schweizer Regierung weiß nichts über Menschenrechte und viele Menschen werden in ihren Gefängissen getötet – ich weiß das.
Es ist dieselbe Situation in Belgien. Sie ließen mich für drei Monate im Gefängnis für nichts und die Menschenrechtsorganisation in Geneva ist die selbe wie in Kenia, in den USA und machen schlimme Dinge. Viele Menschen beantragen Asyl in der Schweiz und sie machen Fehler, denn sie wissen nichts über Geneva Menschenrechte.
Alle Menschen, die in der europäischen Einwanderungsbehörde arbeiten machen schlimme Dinge und begehen viele Fehler bei den Anträgen – es ist wie ein Geschäft mit den Menschen, die Asyl beantragen – keine Organisation in Europa, die dies verhindert.
Ich bin mir sicher, dies passierte nicht nur mir, sondern auch vielen anderen in Europa. Und mir geschieht dies seit sechs Jahren.
Jetzt lebe ich in einem Squat, ohne Geld und ohne Papiere und ohne Job und ich lächle. Ich weiß nicht, wer ich bin oder ob ich ein Land habe. Vielleicht denken viele Länder „er ist ein Tier, er kommt von irgendwo her, hat kein Land und weiß nichts über mein Land“. Ich werde niemals vergessen, was mir in Europa zugestoßen ist.
Was in meinem Land, Sudan geschieht, das weiß jeder in der Welt. Das werde ich nicht erzählen denn dies sollte jeder wissen.
Viele Dinge passierten mir, ich werde nicht alles erzählen. Die Schweiz und Belgien, in Norwegen ist es vielleicht noch schlimmer. Sie reden von Organisation und lügen dabei die Menschen an. Sie spielen mit ihnen und am Ende begehen sie eine Menge Fehler in den Anträgen.
Seit über fünf Jahren habe ich kein Geld von irgendwelchen Ländern und Regierungen oder Einwanderungsbehörde bekommen, doch das ist okay. Noch lebe ich und sterbe nicht. Doch ich werde sterben, ich warte auf meinen Gott. Als ich mein Land verließ, kam ich nicht nach Europa, um Geld zu bekommen.
Drei Wochen zuvor gab es hier ein großes Problem mit den Flüchtlingen, aus verschiedenen Ländern stammend. Sie kämpften mit Messern, doch ich weiß nicht, weshalb und was genau geschah, da ich krank war und die ganze Woche in meinem Squat blieb. Sie kämpften drei Tage. Zehn Menschen sind im Krankenhaus.
Seitdem ist eine Menge Polizeikontrolle um Salam herum. Ich weiß nicht, was die französische Regierung dieses Jahr verändern wird. Alle Menschen hier versuchen, nach England zu gelangen, doch 80% sind Dublinmenschen – einige wurden schon drei oder vier Mal aus England abgeschoben in die jeweiligen Dublinländer.
Ich habe es schon zwei Mal nach England geschafft. Eine Leute haben Geld, arbeiten ein wenig in Calais, einige versuchen es nach England, indem sie sich unter dem LKW festklammern. Jeder hat einen bestimmten Platz, um es zu versuchen – jede Nationalität.

Meine Frage: Warum richten die Menschenrechtsorganisationen ihren Blick nicht auf die Menschen, die einen Dublinfall haben? Einige Länder brauchen Menschen und geben ihnen keinen Platz zum Bleiben und begehen absichtlich Fehler mit Menschen. Australien, Kanada und Amerika benötigen Menschen – warum mögen sie keine Menschen wie uns und geben uns nicht einfach Asyl? Das ist es, wenn ich sage, sie betreiben ein Geschäft mit uns.