Calais Migrant Solidarity: Wir sind hier um zu bleiben und wir brauchen deine Hilfe!

Dies ist ein Aufruf um finanzielle Unterstützung für Calais Migrant Solidarity.

Trotz schwierigster Bedingungen haben wir viel erreicht in den letzten vier Jahren, seit das Projekt existiert.
Die Krise in Calais wird nicht verschwinden, genau so wenig wie wir. Wir planen für die Zukunft und bauen ein permanentes „Interkulturelles Kulturzentrum“ auf, um Migranten und Einheimische zusammen zu bringen und den Widerstand gegenüber Unterdrückung und Rassismus an der Grenze zwischen Frankreich und England zu vergrößern.
Wir benötigen dafür auf lange Sicht gesehen finanzielle Unterstützung, um dies geschehen zu lassen. Bitte lest weiter und nehmt teil.

Calais, eine französische Hafenstadt, dient als Transitstation für viele Flüchtlinge aus Afghanistan, Irak, Syrien, Sudan, Palästina und weiteren Ländern, welche nach Großbritannien wollen, da sie sich dort ein besseres Leben als im Rest Europas erhoffen. In Calais müssen sie jedoch unter den extremsten Bedingungen überleben; es gibt keine staatlichen Zuwendungen, dafür umso mehr Repression.
Nach dem No Border Camp in Calais 2009 entschied eine kleine Gruppe von Menschen (CMS / No Border) zu bleiben. Wir bauten eine beständige Präsenz in Calais auf, die seitdem, an der Seite der Migrant_innen und Flüchtlinge stehend, konstante Attacken seitens der Polizei gegenüberstehen, welche durchsetzt, dass die Flüchtlinge obdachlos bleiben.

Wir haben eine Menge getan. Wir dokumentieren und, wenn es möglich ist, verhindern Verhaftungen, Angriffe, Beleidigungen, tätliche Übergriffe, Räumungen der Häuser, in dem Migrant_innen leben, Verwahrungen und Abschiebungen.
Wir haben herausgefunden, dass aufgrund unserer Präsenz die Polizei ihre Gewalt gegenüber Menschen ohne Papiere (oder mit den „falschen“ Papieren) reduzierte. Und dass unsere Solidarität den Menschen, die täglich dieser Gewalt ausgesetzt sind, einen Energieschub gibt und sie nicht aufgeben lässt.

Über unser Dossier „This Border Kills“, welches die Realität der staatlichen Repression über ein Jahr lang dokumentiert, wird nun öffentlich diskutiert, angestoßen von der französischen „Human Rights Defender“. Diese Diskussion hat ebenfalls eine deutliche Verringerung der brutalen Polizeigewalt bewirkt in den vergangenen Monaten.

Wir haben ebenfalls Musikfestivals organisiert; Menschen, die jeden Sommer jeden Tag für 200 Menschen kochen (genau dann, wenn die von der Regierung bezahlten karitativen Einrichtungen Urlaub machen); geben rechtliche Beratungen, Sprachunterricht, erste Hilfe; unterstützen Menschen, die abgeschoben werden sollen, machen direkte Aktionen gegen Grenzkontrollen und einiges mehr kleinen täglichen Solidaritätsaktionen.
Und, da mittlerweile mehr als Hunderte von Menschen die Grenze zu England überquert haben und mit uns gemeinsam arbeiten, haben wir ein grenzüberschreitendes Netzwerk an Unterstützung und Freundschaft aufgebaut gegenüber der rassistischen Politik der „Festung Europas“.

Interkulturelles Zentrum Marie Noelle Zetkin

Die Arbeit, die wir in Calais tun, ist lebendig und nach über vier Jahren haben wir uns immer weiter entwickelt und wollen etwas ganz Neues: Diesen Sommer eröffneten wir ein neues Gebäude, das „Interkulturelle Zentrum Marie Noelle Zetkin“. Es war ein dringend benötigter Platz für Menschen, um sich zu treffen und auszutauschen; zu lesen; das Internet zu benutzen, um Kontakt zu Freunden und Familie zu halten; zu lernen und vieles mehr. Es war ein selbstorganisierter Ort von Migrant_innen, Flüchtlingen, Calaisianern und weiteren Menschen aus ganz Europa, die in Calais helfen.

Das Zentrum wurde nach vier Monaten von der ausländerfeindlichen Bürgermeisterin Calais‘ geschlossen, indem sie einen bürokratischen Vorwand benutzte. Dennoch gab es das Zentrum lang genug, um festzustellen, dass es genau das war, was Calais braucht: Einen schönen Ort, wo sich Menschen verschiedenster Kulturen treffen, vernetzen und austauschen konnten, um gemeinsam gegen den vorherrschenden Rassismus in Calais zu kämpfen.
Wir brauchen wieder ein solches Zentrum, mit rechtlicher Unterstützung und Menschen in unserem Rücken. Und wir brauchen Geld!

Alles, was wir bisher gemacht haben, haben wir selbst bezahlt und mit der Unterstützung einiger weniger, aber dafür umso mehr geschätzter Spenden.
Aufgrund dessen konnten wir immer nur für wenige Monate im Voraus planen, aber nie auf lange Sicht gesehen. Wenn wir uns aber für immer in Calais niederlassen wollen, so benötigen wir eine stabile Finanzierung.

Dies ist unser erster Aufruf um Spenden und Unterstützer!
Und so kannst du helfen:

1.) Wir wollen gemeinsam einen großen „Fighting Fundus“ von mehreren Tausenden Euros anlegen. Dieser wird gebraucht, um eine konstantes, legales und sicheres Interkulturelles Zentrum zu errichten.

2.) Wir brauchen ebenfalls ein reguläres Einkommen, um Rechnungen und die Miete zu bezahlen. Dafür möchten wir alle Calais Migrant Solidarity Unterstützer um Daueraufträge bitten. Jeder Cent zählt, egal, ob fünf, zehn oder zwanzig Euros!

3.) Du kannst einen Filmabend, Benefizkonzert, Dinner oder andere Veranstaltungen organisieren, um Geld zu beschaffen.

4.) Und, wie immer, benötigen wir Spenden von Zelten, Schlafsäcken, warmer Kleidung, erster Hilfe Materialien und andere grundsätzlicher Ausstattung. Was auch immer du beisteuern kannst, wir sind froh, von dir zu hören!

Calais Migrant Solidarity hat zwei Bankkonten in Frankreich und England, auf die du Geld überweisen kannst. Wir werden ebenfalls in Deutschland ein Konto einrichten und die Daten so bald wie möglich online stellen.

Für mehr Informationen siehe unsere englischsprachige Website:

http://calaismigrantsolidarity.wordpress.com/

Oder schreibe uns ne Mail an :

solidaritaet-mit-calais (ät) riseup.net

In solidarity,

CMS / No Borders