Archiv für Januar 2013

Régularisation de tous les Sans Papiers!

Roof for everyone!

Im Rahmen des nationalen Aktionstages in Frankreich am Mittwoch, den 30. Januar werden für das Recht auf bedingungslose Notunuterkünfte Demonstrationen in vielen Städten abgehalten: Rennes, Rouen, Calais, Nantes, Angers, Tours, Lorient, Paris, Lannion, Paris, Quimper und wahrscheinlich Poitiers, Bordeaux etc …

* Ein Dach für jeden ist ein Recht *

IN CALAIS: Zusammenkommen am Mittwoch, den 30. Januar um 14h. An der Ecke der Rue Moscow, nahe der Essensausgabe. Bringt Banner und Plakate mit.

Menschen mit und ohne Papiere haben ganze Winter auf den Straßen verbracht, seit Sangatte geschlossen wurde und noch immer wird die Situation in Calais schlimmer.

Wie viele Menschen in Calais müsen ohne Wasser, Gas und Strom leben, da sie keine Rechnungen bezahlen können? Wie viele müssen unter den schlimmsten Bedingungen leben? Wie viele weitere Räumungen werden dieses Jahr kommen, wenn der Winter – „der Waffenstillstand“ – vorbei ist?

Wie viele leerstehende Häuser gibt es in Calais? Wie viele könnten benutzt werden, statt sie leer stehen zulassen?
Wie viele verfallene und heruntergekommene Häuser werden zerstört, wie zum Beispiel das alte Krankenhaus, während so viele Menschen auf den Straßen schlafen?

Das Recht auf Unterkunft:

* ARTIKEL 345-2-2 345-2-3 AND CODE OF SOCIAL ACTION AND FAMILIES *

*Jeder obdachlosen Person in Bedrängnis, mit medizinischer, psychologischer und sozialen Problemen, zu jeder Zeit, muss der Zugang zu einer Notunterkunft gewährt werden.*

Diese Notunterkunft muss, aufgrund der Würde eines jeden Menschen, Mahlzeiten, ein Dach über dem Kopf, Hygiene, medizinische Untersuchungen, psychologische und sozialen Service einschließen:
„This emergency shelter must allow, with the dignity of the human person, to benefit from services providing accommodation, meals and hygiene, medical evaluation, psychological and social services carried out within the structure accommodation or, by agreement, by professionals or agencies outside and to be directed to any professional or structure likely to bring him with justified by the state, including shelter and rehabilitation, stable accommodation, a boarding house, a sheltered housing, an institution for the elderly, bed-stop health-care or service hospital.“

Jeder in einer Notunterkunft muss in der Lage sein, vom personalisierten Service zu profitieren und darf dort so lange bleiben, wie die Peson will, solange bis es ihr wieder gut geht und ihre Orientierung hergestellt ist. Mit Orientierung ist gemeint, dass die Person selbst eine Unterkunft beziehen kann.

Bericht aus dem Longuenesse Gefängnis, Frankreich

Eine Person wurde kürzlich entlassen und dies ist ihr Bericht:

Es waren viele Flüchtlinge im Gefängis; Menschen, die versuchten ihren Freunden aus der schlechten Situation herauszuhelfen und in eine bessere in England zu bringen. Sie sind keine kriminellen Menschen.

Die Leute haben eine sehr lange Zeit gewartet, bis sie vor Gericht gestellt wurden. Einige haben sieben Monate gewartet, seit sie verhaftet wurden, sie wurden nicht einmal vor dasGericht gestellt.

Die Polizei sammelt Beweise von den Telefonaten der Leute, findet heraus, an welchen Orten und Plätzen sie waren. So enden die meisten Menschen im Gefängnis, es gibt keine Beweise gegen sie.

Die Bedingungen sind sehr schlecht, es gibt kein Essen morgens. Flüchtlinge haben keinen Zugang zu Menschen, die sich außerhalb des Gefängnisses befinden und kein Geld.

Viele Menschen sind Muslims, doch ihnen wird kein halal Essen gegeben, also essen viele einfachnur Brot. Die Bedingungen sind sehr schlecht.

Die Menschen sind sehr wütend. Viele haben sich ihre Handgelenke aufgeschlitzt. Die Menschen, denen Geld geschickt wird, bekommen es nicht, denn die Wärter nehmen es. Nachdem dies einmal passiert ist, versuchte sich einer der Menschen umzubringen … Nur deshalb bekam er das Geld.

Wenn du kein Französisch sprechen kannst, ist das besonders schlimm, denn du kannst dort nicht arbeiten. Die Wärter sind rassistisch gegenüber jeden, der versucht, Englisch zu sprechen.

Meine Gedanken bezüglich der Dublinverordnung

von Osman aus dem Sudan

Calais – Leben ist sehr hart und schwierig. Viele Leute aus verschiedenen Ländern, verschiedener Religion und verschiedenen Situationen, also sind die Bedingungen auch sehr schwierig.
Der Großteil der Sudanesen und Afghanen sind zu 80% Dublin Menschen – Menschen, die in verschiedenen Ländern Europas registrierte Fingrabdrücke haben. Viele Ländern gehen über das Dublinsystem und können diese Fälle nicht mit Respekt behandeln. Viele der Menschen sind seit vielen Jahren in Europa und haben keinen Job, kein Leben, gar nichts … lediglich die Ankunft in Europa.

Genauso ich. Seit 2007 bin ich in Europa, in einer unveränderten Situation. Was passiert ist, ist, dass eine Menge europäischer Länder mir schlimme Dinge angetan haben. Ich war in jedem Land in Europa, aber keines hat auch nur versucht, meine Situation zu verstehen oder hinzuhören, als ich erzählte, was mit mir geschehen ist. Und jedes Land versucht schlimmere Dinge als das bevorige. Und niemand gibt mir die Chance auf ein Interview, um zu erzählen, was mir in meinem Land oder in Europa zugestoßen ist.
Und dies ist dieselbe Situation vieler anderer Menschen hier in Calais, aus verschiedenen Ländern stammend und mit verschiedenen Dublinfällen.

Leute arbeiten im Human Rights Office und wissen nichts über die Probleme der Menschen, die seit Jahren in Europa sind und denen kein Land Asyl geben will. Auch sie versuchen nicht einmal zu verstehen.
In vielen Ländern werden Menschen für nichts getötet – in Verwahrung oder Gefängnis – und ich sage dies, weil ich weiß, was mir in der schweizerischen Einwanderungsbehörde passierte. Sie hielten mich ein Jahr im Gefängis fest – das ist noch nichts Schlimmes – und sie machen Fehler bei den Anträgen und einzelnen Fällen. Ich bin kein krimineller Mensch und ich habe noch nie eine kriminelle Handlung in Europa begangen und ebenso habe ich mein Land nicht aufgrund einer kriminellen Handlung verlassen. Die Einwanderungsbehörde machte einen Fehler in ihren Akten und ließen mich im Gefängnis.
Die Schweizer Regierung weiß nichts über Menschenrechte und viele Menschen werden in ihren Gefängissen getötet – ich weiß das.
Es ist dieselbe Situation in Belgien. Sie ließen mich für drei Monate im Gefängnis für nichts und die Menschenrechtsorganisation in Geneva ist die selbe wie in Kenia, in den USA und machen schlimme Dinge. Viele Menschen beantragen Asyl in der Schweiz und sie machen Fehler, denn sie wissen nichts über Geneva Menschenrechte.
Alle Menschen, die in der europäischen Einwanderungsbehörde arbeiten machen schlimme Dinge und begehen viele Fehler bei den Anträgen – es ist wie ein Geschäft mit den Menschen, die Asyl beantragen – keine Organisation in Europa, die dies verhindert.
Ich bin mir sicher, dies passierte nicht nur mir, sondern auch vielen anderen in Europa. Und mir geschieht dies seit sechs Jahren.
Jetzt lebe ich in einem Squat, ohne Geld und ohne Papiere und ohne Job und ich lächle. Ich weiß nicht, wer ich bin oder ob ich ein Land habe. Vielleicht denken viele Länder „er ist ein Tier, er kommt von irgendwo her, hat kein Land und weiß nichts über mein Land“. Ich werde niemals vergessen, was mir in Europa zugestoßen ist.
Was in meinem Land, Sudan geschieht, das weiß jeder in der Welt. Das werde ich nicht erzählen denn dies sollte jeder wissen.
Viele Dinge passierten mir, ich werde nicht alles erzählen. Die Schweiz und Belgien, in Norwegen ist es vielleicht noch schlimmer. Sie reden von Organisation und lügen dabei die Menschen an. Sie spielen mit ihnen und am Ende begehen sie eine Menge Fehler in den Anträgen.
Seit über fünf Jahren habe ich kein Geld von irgendwelchen Ländern und Regierungen oder Einwanderungsbehörde bekommen, doch das ist okay. Noch lebe ich und sterbe nicht. Doch ich werde sterben, ich warte auf meinen Gott. Als ich mein Land verließ, kam ich nicht nach Europa, um Geld zu bekommen.
Drei Wochen zuvor gab es hier ein großes Problem mit den Flüchtlingen, aus verschiedenen Ländern stammend. Sie kämpften mit Messern, doch ich weiß nicht, weshalb und was genau geschah, da ich krank war und die ganze Woche in meinem Squat blieb. Sie kämpften drei Tage. Zehn Menschen sind im Krankenhaus.
Seitdem ist eine Menge Polizeikontrolle um Salam herum. Ich weiß nicht, was die französische Regierung dieses Jahr verändern wird. Alle Menschen hier versuchen, nach England zu gelangen, doch 80% sind Dublinmenschen – einige wurden schon drei oder vier Mal aus England abgeschoben in die jeweiligen Dublinländer.
Ich habe es schon zwei Mal nach England geschafft. Eine Leute haben Geld, arbeiten ein wenig in Calais, einige versuchen es nach England, indem sie sich unter dem LKW festklammern. Jeder hat einen bestimmten Platz, um es zu versuchen – jede Nationalität.

Meine Frage: Warum richten die Menschenrechtsorganisationen ihren Blick nicht auf die Menschen, die einen Dublinfall haben? Einige Länder brauchen Menschen und geben ihnen keinen Platz zum Bleiben und begehen absichtlich Fehler mit Menschen. Australien, Kanada und Amerika benötigen Menschen – warum mögen sie keine Menschen wie uns und geben uns nicht einfach Asyl? Das ist es, wenn ich sage, sie betreiben ein Geschäft mit uns.

Ich bin hier in Calais.

Dies ist meine Geschichte. Adam aus dem Sudan

Als ich mein Land verließ, gab es viele Probleme mit der Regierung. Darum bin ich geflüchtet. Ich kam durch die Sahara nach Libyen. Es war sehr schwer durch Libyen zu reisen. Ich war dort drei Jahre; sie steckten mich für 1,5 Monate ins Gefängnis. Nachdem ich entlassen wurde, machte ich mich auf den Weg nach Europa.
Die Grenze ist sehr hart. Ich kam nach Europa über das Meer, in einem kleinen Boot mit 27 Menschen, inklusive zwei Frauen mit Kindern. Eines war zwei Monate alt. Kein Essen, kein Schlafen, kein Trinken.
Wir erreichten Lampedusa, wir waren dort drei Tage und dann schickten sie mich nach Brindisi. Dort gab es schwerwiegende Probleme zwischen den Nationalitäten aus Eritrea und dem Sudan stammend. Wir waren 75 Sudanesen und 200 Menschen aus Eritrea. Die Polizei brach mich innerlich.
Sie verhafteten mich und zwei weitere. Eine Person kann sich an nichts erinnern. Er verlor seine Erinnerung und seinen Verstand. Mein Freund kann sich an nichts mehr erinnern und mich, mich haben sie gebrochen. Wir waren dort für fünf Monate im Gefängnis. Ich war im Hungerstreik für drei Tage und wollte einen Übersetzer, doch sie lehnten dies ab. Sie brachten mir lediglich einen englischesprachigen Mann. Ich spreche kein Englisch.
Im Arrest waren viel zu viele Menschen – 2800 Flüchtlinge. Sie wurden langsam, einer nach dem anderen, vor Gericht gebracht – einige bekamen Papiere, andere nicht. Einige bekamen Papiere, wenn sie diese bezahlten.
Wenn sie Papiere erhielten, war die Zeit danach für jede Person unterschiedlich. Sie sind Rassisten. Einige bekamen Papiere für drei Monate, andere für sechs Monate und so weiter. Wenn wir unsere Papiere verlängern wollten, so gab es starke Probleme.
Deshalb verließ ich Italien, um nach einem neuen Leben zu suchen. Doch warum kam ich nach Frankreich?
Es gab keinen Unterschlupf, kein Essen, keinen Job in Italien. Selbst mit Papieren. So blieb mir keine Chance, nach Frankreich zu gehen, um es nach England zu versuchen.
Nun bin ich hier in Calais, Frankreich. Mit Polizeiproblemen, keinem Platz zum Schlafen. Ich kann mich nicht frei bewegen, ich kann nicht in einem Squat schlafen, da immer die Polizei vorbeikommt. Das ist das erste Problem in Calais.
Es ist schwierig, einen guten Platz zu finden, um es in die UK zu schaffen. Einige nette Menschen helfen uns einen Schlafplatz zu finden.
Ich möchte diesen gerne danken. Es gibt zu viele schlechte Menschen in Calais.
Und der französische Staat … Jetzt im Winter ist das Leben hart. Wir brauchen eine Decke über dem Kopf. Die Polizei räumt uns kontinuirlich von unseren Schlafplätzen. Und oft wissen wir nicht, wer unsere Freunde sind. Manchmal arbeiten sie mit der Regierung zusammen und schmeißen uns von unseren Schlafplätzen- Das ist hart.

Eine Frage an die Regierung: In dieser Zeit, im Winter, weshalb läßt du alle Unterkünfte schließen? Und läßt uns allein, ohne Platz und Papieren? Mit nic

Calais Migrant Solidarity: Wir sind hier um zu bleiben und wir brauchen deine Hilfe!

Dies ist ein Aufruf um finanzielle Unterstützung für Calais Migrant Solidarity.

Trotz schwierigster Bedingungen haben wir viel erreicht in den letzten vier Jahren, seit das Projekt existiert.
Die Krise in Calais wird nicht verschwinden, genau so wenig wie wir. Wir planen für die Zukunft und bauen ein permanentes „Interkulturelles Kulturzentrum“ auf, um Migranten und Einheimische zusammen zu bringen und den Widerstand gegenüber Unterdrückung und Rassismus an der Grenze zwischen Frankreich und England zu vergrößern.
Wir benötigen dafür auf lange Sicht gesehen finanzielle Unterstützung, um dies geschehen zu lassen. Bitte lest weiter und nehmt teil.

Calais, eine französische Hafenstadt, dient als Transitstation für viele Flüchtlinge aus Afghanistan, Irak, Syrien, Sudan, Palästina und weiteren Ländern, welche nach Großbritannien wollen, da sie sich dort ein besseres Leben als im Rest Europas erhoffen. In Calais müssen sie jedoch unter den extremsten Bedingungen überleben; es gibt keine staatlichen Zuwendungen, dafür umso mehr Repression.
Nach dem No Border Camp in Calais 2009 entschied eine kleine Gruppe von Menschen (CMS / No Border) zu bleiben. Wir bauten eine beständige Präsenz in Calais auf, die seitdem, an der Seite der Migrant_innen und Flüchtlinge stehend, konstante Attacken seitens der Polizei gegenüberstehen, welche durchsetzt, dass die Flüchtlinge obdachlos bleiben.

Wir haben eine Menge getan. Wir dokumentieren und, wenn es möglich ist, verhindern Verhaftungen, Angriffe, Beleidigungen, tätliche Übergriffe, Räumungen der Häuser, in dem Migrant_innen leben, Verwahrungen und Abschiebungen.
Wir haben herausgefunden, dass aufgrund unserer Präsenz die Polizei ihre Gewalt gegenüber Menschen ohne Papiere (oder mit den „falschen“ Papieren) reduzierte. Und dass unsere Solidarität den Menschen, die täglich dieser Gewalt ausgesetzt sind, einen Energieschub gibt und sie nicht aufgeben lässt.

Über unser Dossier „This Border Kills“, welches die Realität der staatlichen Repression über ein Jahr lang dokumentiert, wird nun öffentlich diskutiert, angestoßen von der französischen „Human Rights Defender“. Diese Diskussion hat ebenfalls eine deutliche Verringerung der brutalen Polizeigewalt bewirkt in den vergangenen Monaten.

Wir haben ebenfalls Musikfestivals organisiert; Menschen, die jeden Sommer jeden Tag für 200 Menschen kochen (genau dann, wenn die von der Regierung bezahlten karitativen Einrichtungen Urlaub machen); geben rechtliche Beratungen, Sprachunterricht, erste Hilfe; unterstützen Menschen, die abgeschoben werden sollen, machen direkte Aktionen gegen Grenzkontrollen und einiges mehr kleinen täglichen Solidaritätsaktionen.
Und, da mittlerweile mehr als Hunderte von Menschen die Grenze zu England überquert haben und mit uns gemeinsam arbeiten, haben wir ein grenzüberschreitendes Netzwerk an Unterstützung und Freundschaft aufgebaut gegenüber der rassistischen Politik der „Festung Europas“.

Interkulturelles Zentrum Marie Noelle Zetkin

Die Arbeit, die wir in Calais tun, ist lebendig und nach über vier Jahren haben wir uns immer weiter entwickelt und wollen etwas ganz Neues: Diesen Sommer eröffneten wir ein neues Gebäude, das „Interkulturelle Zentrum Marie Noelle Zetkin“. Es war ein dringend benötigter Platz für Menschen, um sich zu treffen und auszutauschen; zu lesen; das Internet zu benutzen, um Kontakt zu Freunden und Familie zu halten; zu lernen und vieles mehr. Es war ein selbstorganisierter Ort von Migrant_innen, Flüchtlingen, Calaisianern und weiteren Menschen aus ganz Europa, die in Calais helfen.

Das Zentrum wurde nach vier Monaten von der ausländerfeindlichen Bürgermeisterin Calais‘ geschlossen, indem sie einen bürokratischen Vorwand benutzte. Dennoch gab es das Zentrum lang genug, um festzustellen, dass es genau das war, was Calais braucht: Einen schönen Ort, wo sich Menschen verschiedenster Kulturen treffen, vernetzen und austauschen konnten, um gemeinsam gegen den vorherrschenden Rassismus in Calais zu kämpfen.
Wir brauchen wieder ein solches Zentrum, mit rechtlicher Unterstützung und Menschen in unserem Rücken. Und wir brauchen Geld!

Alles, was wir bisher gemacht haben, haben wir selbst bezahlt und mit der Unterstützung einiger weniger, aber dafür umso mehr geschätzter Spenden.
Aufgrund dessen konnten wir immer nur für wenige Monate im Voraus planen, aber nie auf lange Sicht gesehen. Wenn wir uns aber für immer in Calais niederlassen wollen, so benötigen wir eine stabile Finanzierung.

Dies ist unser erster Aufruf um Spenden und Unterstützer!
Und so kannst du helfen:

1.) Wir wollen gemeinsam einen großen „Fighting Fundus“ von mehreren Tausenden Euros anlegen. Dieser wird gebraucht, um eine konstantes, legales und sicheres Interkulturelles Zentrum zu errichten.

2.) Wir brauchen ebenfalls ein reguläres Einkommen, um Rechnungen und die Miete zu bezahlen. Dafür möchten wir alle Calais Migrant Solidarity Unterstützer um Daueraufträge bitten. Jeder Cent zählt, egal, ob fünf, zehn oder zwanzig Euros!

3.) Du kannst einen Filmabend, Benefizkonzert, Dinner oder andere Veranstaltungen organisieren, um Geld zu beschaffen.

4.) Und, wie immer, benötigen wir Spenden von Zelten, Schlafsäcken, warmer Kleidung, erster Hilfe Materialien und andere grundsätzlicher Ausstattung. Was auch immer du beisteuern kannst, wir sind froh, von dir zu hören!

Calais Migrant Solidarity hat zwei Bankkonten in Frankreich und England, auf die du Geld überweisen kannst. Wir werden ebenfalls in Deutschland ein Konto einrichten und die Daten so bald wie möglich online stellen.

Für mehr Informationen siehe unsere englischsprachige Website:

http://calaismigrantsolidarity.wordpress.com/

Oder schreibe uns ne Mail an :

solidaritaet-mit-calais (ät) riseup.net

In solidarity,

CMS / No Borders

Fotoausstellung in Frankfurt am Main

EUropäische Grenzen: Traces to and through Europe

Im Klapperfeld, Klapperfeldstraße 5, Frankfurt wird vom 17. Januar bis zum 15. Februar 2013 die Ausstellung EUropäische Grenzen: Traces to and through Europe ausgestellt.

Menschen ohne Unionsbürgerschaft stoßen in der EU immer wieder auf Grenzen: Dabei ist der Weg übers Meer, die Einreise per Flugzeug oder über den Landweg oft nur der Auftakt einer langen Reise, auf der Menschen unter prekären Bedingungen und unter beständiger Angst vor Verfolgung, Repression und Ausschluss leben müssen. Immer wieder sind sie mit Grenzen konfrontiert, die (auch) den EUropäischen Alltag durchziehen.

Das Projekt »Traces to and trough Europe« widmet sich den verschiedenen Aspekten dieser Grenzverläufe und fragt nach den Auswirkungen und Bedingungen EUropäischer Migrationspolitik. Kernstück ist eine Fotoausstellung über die Mittelmeerinsel Lampedusa. Dort gibt es einen Schiffsfriedhof, auf dem sich die Boote stapeln, mit denen Menschen nach Europa zu gelangen versuchten. Die Fotoreihe wird ergänzt durch Fotos zur Situation von Illegalisierten in Calais, durch die Ausstellung »Traces from Lesvos through Europe« des Netzwerks Welcome to Europe sowie durch Radiofeatures und Kurzfilme.

Während der Öffnungszeiten wird auch der ehemalige Abschiebetrakt des Gefängnisses zugänglich sein, der noch bis vor 10 Jahren genutzt wurde. Zudem kann die Dauerausstellung zur Geschichte des Klapperfelds besucht werden.

Begleitet wird die Ausstellung von einer vielfältigen Veranstaltungsreihe, die Hintergründe und Zusammenhänge EUropäischer Grenz- und Migrationspolitik thematisiert. Die Termine finden sich unter: grenzen.klapperfeld.de

No Border-Aktivistin vor Gericht in den Niederlanden

Eine Genossin, Joke, wurde gestern vor Gericht in den Niederlanden gestellt. Ihr wird „Anstiftung zu terroristischen Akten“ vorgeworfen, da sie Schriften gegen das Grenzregime geschrieben hat.

Weitere Infos über ihren Fall (englisch):

http://indymedia.org.uk/en/2013/01/505310.html

Außerdem gibt es dieses Video:

http://www.youtube.com/watch?v=JcTGdfVAkCM&feature=youtu.be.

Spread the word, in solidarity.

Tägliche Kontrollen gehen weiter

CRS ist zurück, Einheit 5, drei Patrouillenwagen. Sie kommen zu jeder Mahlzeit im Salam, um PAF und / oder Police National zu unterstützen bei der Durchsuchung jeder Person, die essen möchte. Meistens stehen dort mehrere Wagen, umringt von Polizisten, die den Eingang bewachen. Und auf der anderen Straßenseite stehen weitere Wagen. Beobachten. Dies geschieht nun jeden Tag seit Weihnachten, mit keinerlei Hinweis darauf, dass sie diese Körperkontrollen bald einstellen. Die Polizei behauptet, ohne jeden Humor, dies geschehe „zum Schutz der Migranten“.

Es ist naürlich, um Migranten dazu bewegen, nicht mehr zur Essensausgabe zu kommen. Auch wurden Leute schon abgewiesen, den Bereich dieser zu betreten, aufgrund eines „respektlosen“ Verhaltens gegenüber der Polizei, auch beim kleinsten Anzeichen Unwillens.
In dieser Woche hat die PAF erneut einen Squat gestürmt um fünf Uhr morgens. Es scheint, einfach aus Spaß. Sie stürmten den Squat, weckten die Menschen mit Taschenlampen auf und warfen eine Person gegen die Wand, mit dem Verweis darauf, dass sich jene Person beim letzten Mal während der Essensausgabe nicht respektvoll verhalten habe. Die PAF ängstigte die dort schlafenden Leute und gingen dann. Keine Verhaftungen, keine Räumung.
Davon abgesehen, war die Stimmung letzte Woche recht ruhig und gesetzt. Es gab keine weiteren Kämpfe und ebenfalls nicht so viele ID Kontrollen auf denStraßen und Räumungen wie normalerweise. Dafür umso stärker die Fokussierung auf die Kontrollen während der Essensausgabe.
Die letzten Wochen fuhr ein Rad – Soundsystem durch die Straßen, Squats, Jungles und zur Essensausgabe, um Tanz und Spaß zu bringen. Regelmäßiger Sprachenunterricht wurde gegeben. Basketball sessions. Und Workshops mit Menschen.
Unterstützung von inhaftierten Menschen geht weiter. Ebensowie die Abschiebungen, vor allem nach Italien und Osteuropa, aber auch einige nicht – europäische Staaten.
Der Winter ist wirklich hart, es ist immer noch nass, windig und kalt.
Decken, Zelte, warme Schuhe und Jacken werden dringend benötigt. Es kommen immer mehr Menschen mit nichts an, und unser Vorrat neigt sich dem Ende. Die zwei-wöchige Klamottenausgabe der Kirche findet ebenfalls nicht mehr regelmäßg statt und wird bald geschlossen, wenn es nicht bald Unterstützung gibt. Das wäre ein Riesenproblem für die Menschen, viele vertrauen auf dieses Angebot und Versorgung.

„Weißes Haus“ geräumt

Die Kämpfe hörten auf die Situation beruhigte sich. Alle Camps am „Weißen Haus“, der Bereich in der Nähe des Leuchtturms, in dem viele Menschen einen Platz zum Schlagen gefunden haben, wurde nun komplett von der Polizei zerstört – sie beenden nun das, womit die Kämpfe begonnen haben.

Die Behörden, mit der helfenden Hand der Polizei, hat die Situation als Rechtfertigung genommen, um die Schlafplätze und Persönliches der Menschen komplett zu zerstören, egal, ob sie in die Kämpfe involviert waren oder nicht.
Sie benutzten es ebenfalls aus Ausrede dafür, um Extra Kontrollen während der Essensausgabe durchzuführen – jede Person wird vor jedem Mahl durchsucht. Keine Taschen erlaubt. Menschen müssen ihre Nationalität angeben. Jeder, der gegenüber der Polizei ein „respektloses“ Verhalten zeigt, wird der Zugang verweigert.

Drei Tage des Kämpfens am „Weißen Haus“, Camps zerstört

Am frühen Morgen des 24.12.2012 griff eine Gruppe Menschen eine andere am „Weißen Haus“ an, Zelte wurden zerstört und mindestens eine Person musste ins Krankenhaus gehen. Am Nachmittag gingen die ernsthaften Kämpfe weiter und Gegenstände wurden aufeinander geworfen.

Am 25. führten weitere Zusammenstöße zur Schließung der Essensausgabe. Zwei laute Explosionen wurden gehört. Später wurde berichtet, dass die Explosionen von Flashballs und Granten kamen, die die Polizei abfeuerte. Später gab es einen weiteren versuchten Angriff beim „Weißen Haus“, der jedoch nicht erfolgreich war.

Fünfzehn Menschen wurden von der Polizei verhaftet (von denen wir wissen). Die Polizei sagte den Menschen während der Essensausgabe, dass sie innerhalb einer Stunde ihre Zelte zu verlassen hätten oder Verhaftungen befürchten müssten.

Am 26. hing ein Schild von der Behörde am „Weißen Haus“, welches befahl, dass der Bereich bald geräumt werde. Zu diesem Zeitpunkt war die Situatuion bereits entspannter.
Um zur Essensausgabe zu gelangen, muss man sich erst durchsuchen lassen. CRS ist nach unserem Wissen nicht in der Stadt, jedoch ist die Anzahl von Police Nationale und PAF deutlich gestiegen, in kompletter Kampfmontur.
Die lokale Presse verbreitet gruselige Geschichten über die Gefährlichkeit von Migranten n Calais und das “Leiden“ der Nachbarschaft, welche eine Petition gegen die Essensausgabe unterschreiben. Ethnische und nationale Eigenschaften werden als Erklärung der Gewalt hergenommen.
No Border bestreitet dies vehement.
Die Existenz der Grenze verursacht all das Elend derjenigen, die versuchen, nach England zu gelangen, die Knappheiten von Ressourcen und Schlafplätzen eingeschlossen. Außerdem hat es zur Bildung einer „Mafia“ geführt, die um die Kontrolle der Schlafplätze und Grenzübertrittsstellen kämpft.
Solange es eine Grenze gibt, wird es solche Vorfälle immer wieder geben. Rassistische Analysen werden nicht helfen, das Problem zu lösen, nur die Auflösung der Grenzen kann das Problem erleichtern.