Archiv für Oktober 2012

Bremen: Solikundgebung für Flüchtlinge in Calais war ein Erfolg

Am 13.10. veranstalteten wir eine Solidaritätskundgebung für Flüchtlinge in der französischen Hafenstadt Calais – Wir sammelten dabei mehr Sachspenden als wir Erwarten haben

Solidarité avec les Sans-Papiers!

Eine ältere Frau bleibt stehen und beobachtet etwas skeptisch das Geschehen auf dem Ulrichsplatz. Da steht ein Pavillon mit einem Infotisch, ein Zelt wurde aufgebaut, davor liegen Decken, Schlafsäcke, Planen und viel, viel warme Kleidung. Einige Leute in pinken Röcken und grellen Warnwesten spielen Samba, ein Transparent verkündet „Solidarität mit den Flüchtlingen in Calais“. Jemand geht auf die Frau zu, drückt ihr einen Flyer in die Hand und erklärt ihr warum wir hier sind:

„Um uns Solidarisch zu zeigen mit Flüchtlingen auf der ganzen Welt und im speziellen mit den Hunderten, die zurzeit in der französischen Hafenstadt Calais auf der Straße leben. Die Menschen, die sich mit der Hoffnung auf ein Leben ohne Hunger, ohne Folter und Krieg auf den Weg nach Großbritanien machen, bleiben häufig über Monate hier hängen. Nacht um Nacht warten sie auf eine Gelegenheit unerkannt in einer Fähre überzusetzen, solange bleiben sie in Calais. Seit 2002 das Lager des Roten Kreuzes geschlossen wurde bleibt den Menschen nichts anderes übrig, als auf öffentlichen Plätzen, in besetzten Häusern oder selbstgebauten Hütten, den sogenannten „jungles“ zu schlafen. Und als sei das nicht schlimm genug kommt beinahe täglich in den frühen Morgenstunden sie Polizei, vertreibt die Sans-Papiers (Papierlosen) von ihren Schlafplätzen, nimmt Leute fest, zerstört ihr Hütten, macht Decken und Planen durch Pfefferspray unbrauchbar oder verbrennt sogar die Schlafsäcke der Flüchtlinge.

Wir finden, dass jeder und jede das recht haben sollte menschenwürdig behandelt zu werden. Wir denken, dass jeder Mensch das recht haben sollte dahin zu gehen wo er oder sie will. Darum wollen wir heute dafür demonstrieren, dass rassistische Sondergesetze abgeschaft werden und praktisch unsere Solidarität zeigen, indem wir Decken, Schlafsäcke, Isomatten, Zelte und warme Kleidung sammeln und diese nach Calais bringen.“

Die Frau erzählt uns, dass sie noch Decken und Kleidung zu Hause hat, die sie nicht mehr braucht. Es müsste nur jemand die Sachen abholen, das machen wir gerne. Sie bleibt nicht die einzige Interessierte. 500 Flyer verteilen wir an Vorbeigehende. Bis zum 20.10. sammeln wir noch. Die Sachen könne zum Alla Hopp gebracht werden, Hardenbergstraße 52, einfach durch das große Metalltor gehen und die Dinge in den Durchgang legen. Andere haben bereits im Vorfeld von der Aktion gehört und bringen Sachen direkt zum Versammlungsort. Als um 17:00 Uhr die Kundgebung zu Ende ist brauchen wir zwei Autos um die vielen Sachspenden abzutransportieren.

Die Aktion war ein voller Erfolg! Zwischen 30 und 40 Leute nahmen durchgängig an der Kundgebung teil, die um 14:00 Uhr anfing und um 17:00 Uhr endete. Es gab Redebeiträge von Aktivist_innen der Gruppen NoLager-Bremen, der Karawane für die Rechte der Flüchtlinge, Rythms of Resistance und auch von Menschen die selbst bis vor wenigen Tagen in Calais waren und die Situation der Flüchtlinge vor Ort hautnah miterlebten.

13.10.Soli-Kundgebung in Bremen

Am Samstag, den 13.10., veranstalten die Gruppe „Rythms of Resistance“ und andere Aktive eine Solidaritätskundgebung für die von Polizeigewalt betroffenen Flüchtlinge in der französischen Hafenstadt Calais auf dem Ulrichsplatz. Von 14:00 bis 17:00 Uhr wollen wir lautstark unseren Protest gegen die unhaltbaren Zustände in Calais zum Ausdruck bringen. Vor allem aber wollen wir Sachspenden sammeln. So werden dringend Schlafsäcke, Decken, Isomatten, Zelte, Planen und Warme Kleidung (Jacken, Mützen, Handschuhe und Schals) benötigt. Die Sachen werden vor Ort gesammelt und innerhalb der nächsten zwei Wochen nach Calais gebracht.

Kommt vorbei!
Solidarité avec les Sans-Papiers!