Archiv für November 2011

November

Seit der Räumung des Afrikahauses am 9.11. hat sich die Lage in Calais nicht wieder stabilisert. Mehrere Dutzend Menschen schlafen seitdem unter freiem Himmel. Aus der Not heraus sind neue Jungles entstanden und weitere leerstehende Häuser wurden bezogen. Doch die Polizei besucht alle diese Orte regelmässig und zerstört die improvisierte Einrichtung mutwillig. Einige Häuser wurden von der Polizei endgültig verschlossen, so dass sie unzugänglich sind und nicht mehr bewohnt werden können.

9.11.2011 – Afrikahaus wird geräumt

Am Morgen des 9.11. wurde das Afrikahaus von der Polizei geräumt und im Anschluss von Sicherheitspersonal mit Hunden abgeriegelt. Die Räumung lief ohne Verhaftungen und ohne Gewaltanwendungen durch. Ein Großteil der BewohnerInnen hatte das Gebäude schon am früher Morgen verlassen. Um die Hundert Personen, vorwiegend aus dem Sudan, lebten seit dem Sommer in diesem baufälligen Warenhaus ohne Strom und fliessendes Wasser. Durch die Räumung wurden sie nun gezwungen auf der Straße und in den Parks Calais‘ zu schlafen. Denen unter ihnen, die in Frankreich einen Asylantrag laufen haben und den Minderjährigen, wurden Unterkünfte angeboten, welche sich allerdings außerhalb von Calais in ganz Frankreich befinden. Etwa 40 Plätzen wurden in Anspruch genommen.