Archiv für April 2011

Mediale Aufmerksamkeit in Frankreich

In den letzten Tagen ist das mediale Interesse an der Arbeit von CalaisMigrantSolidarity in Frankreich stark gewachsen. Ein aus mehreren Aufnahmen zusammengeschnittenes Video zeigt das geringschätzige Verhalten der Polizei bei unterschiedlichen Anlässen. Die Polizist*innen werden gezeigt, wie sie Aktivist*innen mit Kameras brutal herumschubsen oder während Razzien im Africa House mit lauter Musik versuchen die schlafenden Menschen im Gebäude zu belästigen. Die Videos sind hinterlegt mit Interviews mit einem CMS-Aktivisten, der die Arbeit in Calais beschreibt, und mit einem Polizeisprecher, der von professionellem Vorgehen spricht während das Video fussballspielende Polizist*innen während einer Razzia zeigt.
Nachdem die Videos auf Rue89 und TF1 gezeigt wurden, folgte nun die Veröffentlichung im Radio.

CalaisMigrantSolidarity freut sich darüber, dass die systematische Repression und gewalttätigen Übergriffe gegen Migrant*innen endlich in ganz Frankreich bekannter werden. Diese mediale Rezeption stärkt unsere Arbeit und lässt uns umso motivierter weitermachen.

31.3. – Teilzerstörung des Africa House

Am Donnerstag den 31. März gegen 14.30h wurden alle Bewohnenden des Africa House von der Polizei aus dem Gebäude vertrieben um den Weg für einen Bulldozer freizumachen. Das Africa House ist eines der wichtigsten Squats in Calais; in den leerstehenden Fabrikhallen leben im Moment etwa 80 Menschen. AktivistInnen, die versuchten den Bulldozer zu blockieren, wurden festgenommen. Das schwere Gerät zerstörte Schlafplätze und Zugänge zum Dach des
Gebäudes. Die Polizei rechtfertigte die Aktion mit Sicherheitsbedenken. Der tatsächliche Grund ist aber zweifellos der, dass die Polizei den MigrantInnen die Flucht bei Razzien erschweren möchte. Das Africa House wird mehrmals wöchentlich, manchmal täglich, von der Polizei aufgesucht. In solchen Fällen werden Menschen festgenommen und
Schlafplätze zerstört. AktivistInnen warnen die Bewohnenden des Hauses meist mit
Trillerpfeifen. Um den Festnahmen zu entkommen, nutzen viele die Wege auf das Dach des Gebäudes. Diese wurden nun jedoch unbrauchbar gemacht, was die Sicherheit der Menschen im Haus tatsächlich ungemein senkt, weil
das Risiko festgenommen zu werden nun größer ist.

Das vom Bulldozer produzierte Gerümpel wurde am Folgetag dazu genutzt eine große Barrikade am Eingang des Hauses zu errichten.

Die AktivistInnen vor Ort bitten um Unterstützung. Wenn ihr Zeit habt, macht euch JETZT auf den Weg nach Calais! Sollte das Africa House demnächst geräumt werden, und danach sieht es gerade aus, brauchen wir so viele Menschen wie möglich vor Ort, um der Stadt und der Polizei zu zeigen was wir von ihrer rassistischen Politik halten!

Kommt nach Calais – Solidarité avec les sans-papiers!